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Pressemitteilung «Warum zu viel Komfort Kindern schadet»

30.05.18

CoverWie haben Kinder eigentlich früher überlebt, als die Eltern noch keine Zeit hatten, sich so viele Sorgen um sie zu machen? Und tun heutige Eltern ihren Kindern mit dem weit verbreiteten Rundumservice einen Gefallen? Im Gegenteil, findet der bekannte Schweizer Pädagoge und Schulleiter Andreas Müller. «Schonen schadet», warnt er in seinem neuen Buch und zeigt, welche Herausforderungen wir unseren Kindern zumuten sollten.

Behaglicher, einfacher und bequemer als heute sind Kinder vermutlich nie aufgewachsen. Wo früher ein langer Schulweg zu Fuss zurückzulegen war, wird der Nachwuchs heute mit dem Auto vors Schulhaus chauffiert. Bei schlechten Noten zweifeln Eltern zunächst einmal an den Lehrkräften, wenn nötig helfen sie mit Nachhilfestunden und Förderkursen nach. Und die Langeweile ist längst abgeschafft, dafür sorgen nicht nur Sport- und Freizeitangebote, sondern auch Tablet und Smartphone, die schon Achtjährigen Unterhaltung rund um die Uhr bieten.
Doch ist diese Behaglichkeit ein Segen? Hilft es den Kindern, dass sie von Helikoptereltern pausenlos umsorgt werden und in einem Kokon des Wohlbefindens heranwachsen? Andreas Müller, einflussreicher Pädagoge und Leiter des Instituts Beatenberg im Berner Oberland, schlägt in seinem Buch «Schonen schadet» Alarm und warnt Eltern davor, ihren Kindern weiterhin den roten Teppich auszurollen und sie dadurch zu «verziehen». Wer zu lange von der Härte der realen Welt ferngehalten werde, tue sich später schwer damit, im Leben zu bestehen, argumentiert Müller und zeichnet ein entlarvendes Psychogramm der Generation Schneeflocke, die berühmt werden will, ohne sich anzustrengen und etwas zu leisten.

Müller zeigt auf, wie der Mensch erst am Widerstand wächst, sich gerade außerhalb der Komfortzone entwickelt. Daraus leitet sich seine Forderung an Eltern und Erziehende ab, Kindern wieder mehr zuzumuten und sie auch dann nicht permanent zu überwachen, wenn Zeitbudget und Smartphone das problemlos erlauben. Vielmehr ruft er Erziehende dazu auf, den Kindern zu helfen, gute Gewohnheiten aufzubauen – und sich wenn nötig damit auch einmal unbeliebt zu machen. Denn nicht die rasche Bedürfnisbefriedigung stachelt zum Kämpfen und Lernen an, sondern die Frustration, einer Aufgabe noch nicht gewachsen zu sein, eine Niederlage eingesteckt zu haben. Erst wenn Kinder begreifen, dass das Leben ihnen nichts schuldig ist, entwickeln sie Frustrationstoleranz und lernen, trotz Rückschlägen nicht aufzugeben und ihre Chance zu packen.

Als Schulleiter weiß der Autor exakt, wovon er spricht. Die Mischung aus Reflexion und Praxisbezug hebt dieses Buch deutlich von klassischen Erziehungsratgebern ab.

Andreas Müller: Schonen schadet
hep verlag, 144 Seiten, ISBN 978-3-0355-1088-1, EUR 19,00
Auch als E-Book erhältlich, ISBN 978-3-0355-1089-8 | Ab sofort erhältlich

Pressemitteilung
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Andreas Müller


Kontakt für Interviews:
Andreas Müller, Autor, mue@institutbeatenberg.ch, +41 (0)33 841 81 81

Kontakt für weitere Informationen und Rezensionsexemplare:
Fabienne Pfefferli, Presse, fabienne.pfefferli@hep-verlag.ch, +41 (0)31 310 29 09